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Genossenschaft heißt: Menschen kümmern sich um das, was ihnen gehört

Was hält eine Genossenschaft über mehr als ein Jahrhundert zusammen? Welche Rolle spielen Mitglieder heute und welche morgen? Und warum sind Genossenschaften gerade in Zeiten von Krisen, Investitionsdruck und gesellschaftlicher Vereinzelung aktueller denn je?

Zum 140-jährigen Bestehen der bbg spricht Prof. Dr. Theresia Theurl, eine der profiliertesten Genossenschaftsforscherinnen im deutschsprachigen Raum und Gutschafterin der Initiative „140 Jahre bbg. 140 gute Taten.“, über Verantwortung, Identität und die Kraft einer Organisationsform, die sich immer wieder neu erfindet und dabei ihren Prinzipien treu bleibt.

 

 

Frau Professor Theurl, Sie befassen sich seit vielen Jahren mit Genossenschaften. Gab es in letzter Zeit etwas, das Sie dennoch überrascht hat? 

 

Ja. Auf einem Kongress in Wien habe ich von einer sehr spannenden Konstruktion beim Fußballclub Schalke erfahren. Schalke ist weiterhin ein Verein, doch die Mitglieder haben zusätzlich eine Fördergenossenschaft gegründet, die Schalke eG. In dieser bringen Mitglieder direkt Kapital auf, um den Verein gezielt zu unterstützen. Auf diesem Weg konnten beispielsweise Teile des Stadions zurückgekauft werden. Rund 8.000 Mitglieder sind bereits beteiligt. Mitglied der Genossenschaft kann nur werden, wer auch Vereinsmitglied ist.
Das ist ein starkes Zeichen. Viele Fußballvereine holen sich große externe Investoren. Das führt häufig zu Spannungen oder sogar zu Brüchen mit den Fans. Hier ist es anders. Die Fans kümmern sich selbst um ihren Verein. Sie übernehmen Verantwortung für etwas, das Teil ihrer Identität ist.

 

Welche Verbindung sehen Sie zwischen diesem Beispiel und Wohnungsbaugenossenschaften wie der bbg?

 

Die Verbindung ist sehr direkt und führt über Infrastruktur und Identität. Für Schalke Fans ist der Verein lebensnotwendig im übertragenen Sinn. Er gehört zu ihrem Selbstverständnis. Bei Wohnungsbaugenossenschaften ist diese Bedeutung noch unmittelbarer. Es geht um das Dach über dem Kopf.
Karl Schrader, der Gründer der bbg, hat sehr klar formuliert, worum es geht: Zentrale gesellschaftliche Themen, die die Menschen direkt betreffen, selbst anzupacken. Wohnen gehört zweifellos dazu. In beiden Fällen haben wir große wirtschaftliche Gebilde. Und in beiden Fällen steht der Mensch im Mittelpunkt.

 

Genossenschaften sind keine neue Organisationsform. Warum sind sie dennoch bis heute so relevant?

 

Genossenschaften entstehen dort, wo es Bedarf gibt und wo eine wirtschaftliche Perspektive vorhanden ist. Das war im 19. Jahrhundert so und gilt auch heute. Was sich verändert hat, sind die Anwendungsfelder. Die Prinzipien sind gleich geblieben. Heute erleben wir genossenschaftliche Neugründungen in ganz anderen Bereichen als früher. Die Rechtsform ist äußerst anpassungsfähig. Sie bleibt ihren Grundwerten treu und kann dennoch auf neue Herausforderungen reagieren. Genau darin liegt ihre Zukunftsfähigkeit.

 

Wie erleben Sie die politische Wahrnehmung von Genossenschaften?

 

Ich erlebe zwei sehr unterschiedliche Situationen. Einerseits werden Genossenschaften häufig unterschätzt. Ihr Potenzial wird nicht ausreichend gewürdigt. Andererseits erinnert man sich plötzlich an sie, wenn andere Lösungen nicht mehr greifen. Dann sollen sie auf einmal Verantwortung übernehmen.

Gerade Wohnungsbaugenossenschaften stehen vor enormen Aufgaben. Sie wollen investieren und sie müssen investieren. Gleichzeitig stoßen sie an klare Grenzen. Technische Standards, Klimavorgaben und gesetzliche Sanierungspflichten sind extrem kostenintensiv. Mehr als die Hälfte des Bestands stammt aus der Zeit vor 1930. Diese Gebäude müssen modernisiert werden und das verursacht hohe Kosten.

 

Was braucht es, um die nächsten 140 Jahre erfolgreich zu gestalten?

 

Zunächst ist es wichtig, nach vorne zu schauen. Ein Jubiläum ist ein guter Moment, um die eigene Geschichte zu würdigen. Danach geht es um Orientierung.
Entscheidend ist, sich der eigenen Stärken sehr bewusst zu werden und diese gezielt weiterzuentwickeln. Ebenso wichtig ist Anpassungsfähigkeit. Unerwartete Ereignisse gehören heute zum Alltag. Organisationen müssen damit umgehen können, schnell reagieren und auch Chancen erkennen, wenn sie plötzlich entstehen.
Und schließlich spielen die Mitglieder eine zentrale Rolle. Genossenschaft bedeutet Mitverantwortung. Mitglieder sollten stärker erleben, dass sie nicht nur Empfänger sind, sondern Entwicklung aktiv mitgestalten können.

 

Manche Studien zeigen, dass sich Mitglieder eher als Mieter wahrnehmen. Woran liegt das?

 

Die meisten Mitglieder wissen, dass sie Miteigentümer sind. Gleichzeitig sagen viele, dass ihnen im Alltag die Zeit fehlt, sich intensiver einzubringen. Genau hier wird Kommunikation entscheidend. Eine Genossenschaft funktioniert nicht ohne Kommunikation. Sie findet auf vielen Ebenen statt. Im Unterschied zu anderen Wohnungsunternehmen mit klaren Hierarchien übernehmen Mitarbeitende in Genossenschaften oft eine vermittelnde Rolle. Sie verbinden Menschen, Ebenen und Interessen. Diese Aufgabe ist von großer Bedeutung.

 

Welche Rolle spielen Kinder und Jugendliche für die Zukunft einer Genossenschaft?

 

Eine sehr große. Junge Menschen sollten früh verstehen, was eine Genossenschaft ist und wofür sie steht. Identifikation entsteht nicht von selbst. Sie entsteht durch Beteiligung, durch Erfahrung und durch konkrete Angebote. Das ist entscheidend für die langfristige Zukunft der bbg.

 

Ein weiteres Thema ist Vereinsamung. Welche Rolle können Genossenschaften hier übernehmen?

 

Eine sehr wichtige. Vereinsamung betrifft längst nicht nur ältere Menschen, sondern zunehmend auch junge. Genossenschaften verfügen über Strukturen, Räume und soziale Nähe. Sie können mit Projekten und gemeinschaftlichen Aktivitäten wirksam gegen Vereinsamung arbeiten.

 

Sie sind Gutschafterin der Initiative „140 Jahre bbg. 140 gute Taten.“ – warum?

 

Als Wissenschaftlerin sehe ich es auch als meine Aufgabe, nach außen zu erklären, was eine Genossenschaft ist, was sie leisten kann und Leuchttürme zu präsentieren, also besonders gute Beispiele.
Die Initiative zeigt sehr eindrücklich die Vielfalt der Mitglieder und die große Bandbreite an Ideen. Viele kleine Beiträge entfalten gemeinsam Wirkung. Engagement wird sichtbar und wertgeschätzt. Man erkennt, dass die bbg weit mehr ist als Wohnraum. Sie ist eine Organisation, die sich über einen langen Zeitraum weiterentwickelt hat und heute in ihre Zeit passt. Das ist nicht selbstverständlich. Dafür braucht es viele gute Entscheidungen. Nicht nur von Vorständen, sondern auch von Mitarbeitenden, Mitgliedern und Partnern. Die Initiative macht sichtbar, wie viel menschliche Energie in dieser Genossenschaft steckt. Das verbindet, macht zufrieden und schafft Perspektiven.

 
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Energie, die ankommt: Matthias Trunk über Energie und gute Taten in Berlin

Was bedeutet eine gute Tat in einer Stadt wie Berlin und welche Rolle können Unternehmen dabei spielen? Matthias Trunk, Mitglied des Vorstandes der GASAG AG und Gutschafter unserer Initiative „140 Jahre bbg. 140 gute Taten.“, spricht über Verantwortung im Alltag, über Engagement im Quartier und darüber, wie aus Wärme mehr wird als Energie.

 

Herr Trunk, was verbinden Sie persönlich mit dem Begriff „gute Tat“ im Kontext einer Großstadt wie Berlin? 

 

Eine gute Tat kann eine kleine Geste sein. Gerade in einer schnelllebigen, oft anonymen Stadt wie Berlin können ein Lächeln oder ein freundliches Wort viel bewirken. Aber auch das Engagement für eine Idee, die über eigene Partikularinteressen hinausgeht, stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Eine gute Tat zu vollbringen, bedeutet Verantwortung zu übernehmen und Menschen zu unterstützen, die weniger haben. Deshalb spendet die GASAG regelmäßig an die Berliner Stadtmission. Und wir leisten auch als Unternehmen eine gute Tat, wenn wir eine sozialverträgliche Wärmewende ermöglichen: Mit der Dekarbonisierung gestalten wir die Stadt lebenswerter – für heutige und kommende Generationen.

 

Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen im Zusammenspiel von Wohnen, Energieversorgung und Klimaschutz?

 

Die größte Herausforderung ist die Transformation der Wärmenetze. Die Kommunale Wärmeplanung wird zeigen, welche Gebiete zentral oder dezentral versorgt werden können. Klar ist: Viele Immobilienbesitzerinnen und -besitzer werden Alternativen zur klassischen Fernwärme benötigen. Zugleich soll Berlin bis 2045 klimaneutral werden. Besonders anspruchsvoll sind dabei Bestandsbauten: Sie stellen den Großteil des Wohnungsbestands, lassen sich aber nicht immer sanieren oder technisch umrüsten und bei all den Maßnahmen muss Wohnen für alle bezahlbar bleiben. Deshalb setzen wir auf innovative Lösungen wie die Nutzung von Abwärme, um Bestandsbauten dezentral und vergleichsweise kostenschonend zu versorgen.

 

GASAG arbeitet seit Jahren an Lösungen für eine energieeffizientere Stadt. Welche Entwicklungen halten Sie für besonders relevant für Wohnanlagen und Genossenschaften?

 

Die Kommunale Wärmeplanung zeigt, welche Gebiete nicht an die Verbundfernwärme angeschlossen werden können. Dort brauchen wir andere Lösungen. Ein zentrales Element sind Quartierslösungen mit Wärmepumpen, die auch im Contracting betrieben werden können. In Kombination mit Photovoltaik und Solarthermie sind sehr hohe Autarkiegrade möglich. Gleichzeitig gewinnt die Nutzung von Abwärme an Bedeutung: aus Abwasser, Industrie und vor allem aus Rechenzentren. Berlin ist hier nach Frankfurt ein führender Standort. Unser Projekt im Marienpark zeigt das Potenzial: Bis zu 60 Megawatt Rechenzentrumswärme, genug für rund 9.000 Haushalte – auch für Gebäude der bbg. Eine weitere wichtige Quelle ist Geothermie. Insbesondere die tiefe Geothermie hat das Potenzial ganze Stadtteile zu versorgen. Berlin startet deshalb seismische Erkundungen im Rahmen der „Roadmap Tiefe Geothermie“ – bei entsprechendem Potenzial könnten künftig nicht nur einzelne Quartiere, sondern ganze Bezirke geothermisch versorgt werden.

 

Welche Rolle spielt für Sie der soziale Zusammenhalt in Quartieren, wenn über Energie und Nachhaltigkeit gesprochen wird?

 

Die Wärmewende gelingt nur, wenn wir alle mitnehmen. Akzeptanz ist der Schlüssel. Dafür brauchen wir niedrigschwellige Beratungsangebote, Formate, die die Nachbarschaft zusammenbringen, und eine klare Botschaft: Energie ist ein kostbares Gut. Sozialer Zusammenhalt heißt, unterschiedliche Lebenssituationen zu berücksichtigen und allen die Teilhabe an der Wärmetransformation zu ermöglichen.

 

Gibt es Projekte oder Beispiele aus Ihrer Arbeit, die zeigen, wie technische Innovation und sozialer Nutzen im Quartier zusammenfallen können?

 

Ein gutes Beispiel ist das Pallasseum. Das denkmalgeschützte Wohnhaus aus den 1970er-Jahren hat einen hohen Energiebedarf und eine Fassadendämmung ist ausgeschlossen. In direkter Nachbarschaft befindet sich jedoch ein Rechenzentrum, dessen Abwärme rund 65 Prozent des Wärmebedarfs decken kann. Über eine etwa 140 Meter lange Trasse wird die Abwärme zum Gebäude geführt, in einer Energiezentrale aufbereitet und anschließend an knapp 500 Haushalte verteilt. So entsteht eine Win-win-Situation: Das Wohnhaus wird gemäß Gebäudeenergiegesetz dekarbonisiert und die bisher ungenutzte Abwärme des Rechenzentrums sinnvoll genutzt. Ab 2026 verpflichtet das Energieeffizienzgesetz neue Rechenzentren zur Nutzung von mindestens 10 Prozent ihrer Abwärme. Das Pallasseum nimmt hier eine Vorreiterrolle ein und ist eines der ersten

Bestandsprojekte, in dem Rechenzentrumsabwärme dauerhaft in die Versorgung eines kompletten Wohnkomplexes integriert wird.

 

Wie können Partnerschaften zwischen Unternehmen wie GASAG und einer Genossenschaft wie bbg Ihrer Meinung nach Wirkung entfalten?

 

Solche Partnerschaften wirken dann stark, wenn die Zusammenarbeit auf Augenhöhe beruht. Die bbg kennt die Bedürfnisse ihrer Mieterschaft sehr genau, wir bringen energiewirtschaftliche Expertise, Wissen zu Förderprogrammen und Erfahrung in der Umsetzung komplexer Energieprojekte ein. So entstehen Energiekonzepte, die bedarfsgerecht, sozial verträglich und langfristig tragfähig sind. Unsere langjährige Energiepartnerschaft bei Gas und Strom zeigt, dass dieses Zusammenspiel funktioniert. Und die GASAG wird auch künftig an der Seite der bbg stehen, um die Transformation der Energiesysteme gemeinsam in bezahlbare, zukunftsfähige Lösungen zu übersetzen. Dafür entwickeln wir passgenaue Quartierslösungen, abgestimmte Dekarbonisierungsfahrpläne und transparente Kostenmodelle.

 

Was hat Sie überzeugt, Gutschafter unserer Initiative zu werden?

 

Ausschlaggebend waren die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit und das gemeinsame Verständnis, Verantwortung für Menschen, Quartiere und unsere Stadt zu übernehmen. Außerdem geht das Engagement der bbg über das Bereitstellen von Wohnraum hinaus: Sie schafft Orte der Begegnung und Mitgestaltung. So entsteht aus Häusern eine Gemeinschaft. Ein konkretes Projekt, das mich überzeugt hat, ist das Reparatur-Café Mariendorf. Dort werden Nachhaltigkeit, Nachbarschaftshilfe und Partizipation greifbar. Dinge werden repariert statt entsorgt, Menschen helfen sich, Wissen wird geteilt. Dieses auch über den GASAG Umwelt€uro geförderte Projekt zeigt, wie ökologischer und sozialer Mehrwert zusammenfallen und das Bewusstsein für den Wert von Dingen wächst.

 

Wenn Sie nach vorn blicken: Welche Entwicklungen in den kommenden Jahren werden den Alltag der Berlinerinnen und Berliner am stärksten verändern?

 

Der Alltag wird vor allem durch die Wärmewende und auch durch die zunehmende Elektrifizierung geprägt sein. Viele Vermieterinnen und Vermieter werden Schritt für Schritt auf neue, effizientere Heizsysteme umstellen – etwa auf erneuerbare Fernwärme, Wärmepumpen oder Abwärmenutzung. Damit wird sichtbarer, woher Strom und Wärme kommen und wie klimafreundlich sie sind. Das beeinflusst den Umgang mit Energie im Alltag. Nachhaltigkeit wird zu einem wichtigen Entscheidungskriterium bei Wohnen, Mobilität und Konsum. Gelingt uns die Dekarbonisierung, wächst zugleich das Sicherheitsgefühl: Funktionsfähige neue Energiesysteme und mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und geopolitischen Risiken stärken die Versorgungssicherheit und das Lebensgefühl in der Stadt.

 

Was wünschen Sie einer Genossenschaft wie der bbg für die nächsten Jahre im Hinblick auf Energie, Nachhaltigkeit und Quartiersqualität?

 

Ich wünsche der bbg, dass sie ihren starken Genossenschaftsgedanken bewahrt und solidarisch bleibt – im Umgang mit ihren Mitgliedern und Partnern. Zudem wünsche ich ihr Mut und Entschlossenheit, die Quartiere weiter zu dekarbonisieren: mit effizienten Heizsystemen, mehr erneuerbaren Energien, Abwärmenutzung und intelligenten Steuerungen. Dafür braucht es verlässliche Partner, passende Förderprogramme und eine planbare Regulierung. Wenn es gelingt, ökologische Verantwortung, soziale Verträglichkeit und wirtschaftliche Stabilität zusammenzudenken, setzt die bbg weiter Maßstäbe. Wichtig ist auch, lebendige, sichere und vielfältige Nachbarschaften zu erhalten – mit guten Begegnungsräumen, Angeboten für Engagement, klimafreundlicher Mobilität und kurzen Wegen. Und ich wünsche mir, dass wir als Partner weiter vertrauensvoll zusammenarbeiten und bei allen Entscheidungen jede einzelne Mieterin und jeden einzelnen Mieter mitdenken.

 

Und zum Schluss: Welche gute Tat sollten wir als Stadtgesellschaft häufiger tun?

 

Wir sollten einander häufiger wirklich zuhören und dort, wo wir Bedarf erkennen, aktiv Hilfe anbieten – im Haus, im Kiez, im Stadtteil. Wie wichtig Zusammenhalt ist, hat der Anschlag auf das Berliner Stromnetz gezeigt: Ganze Bezirke waren ohne Strom, viele Menschen verunsichert. Durch das gemeinsame Handeln von Einsatzkräften, Unternehmen und engagierten Nachbarinnen und Nachbarn konnte die Versorgung schnell wiederhergestellt werden. Diese Situation hat gezeigt, wozu wir fähig sind, wenn es darauf ankommt. Die „gute Tat“, die wir häufiger tun sollten, ist, diese Haltung in den Alltag zu übertragen: aufmerksam füreinander sein, nachfragen, ob jemand Unterstützung braucht, nicht wegschauen, sondern anpacken.

 
Pflanzenpflege-Garten-bbg-Berliner-Baugenossenschaft

Grüner Daumen hoch: Holger Grallert ist seit 40 Jahren vor Ort. Und mittendrin im Grün.

Unser Mitglied Holger Grallert ist gelernter Berufsgärtner und kümmert sich dort um die Pflanzen, wo er selbst wohnt. Der Garten und die Nachbarn freuen sich sehr darüber. 

Seit mehr als vier Jahrzehnten wohnt Holger Grallert bei der bbg. Und wenn man ihn fragt, sagt er ganz selbstverständlich, dass er sich im seinem Wohnhaus rundum wohlfühlt.

 

Als gelernter Berufsgärtner kümmert er sich mit viel Hingabe um „seine“ Pflanzen. Rhododendren blühen dank seiner Pflege besonders schön, Clematis, Feuerdorn und Hortensien werden fachgerecht zurückgeschnitten, alte Blüten und totes Holz entfernt. Was nicht mehr wächst, darf gehen – damit Neues entstehen kann.

 

Die Biotonne füllt sich dabei schnell. Und gleichzeitig wächst etwas anderes: ein Stück Lebensqualität für alle, die hier wohnen.

 

Danke für die Zeit, die Mühe und den Einsatz. Für das Mitdenken, Mithelfen und Mitgestalten. Genau das macht Gemeinschaft aus.

 
 
Basketball-Kurs-Mariendorf-bbg-Berliner-Baugenossenschaft

Freitag ist Basketball-Tag in Mariendorf

Freitagabend, Sporthalle, Basketball. Ohne Anmeldung, ohne Druck. Dafür mit viel Spaß und einer Gruppe, die sich jede Woche zusammenfindet.

Unsere Freizeitgruppe lädt alle Mitglieder und Nachbarn herzlich zum wöchentlichen Basketball in die bbg-Sporthalle in Mariendorf ein. Gespielt wird freitags von 19:30 bis etwa 21:00 Uhr.

 

Vorkenntnisse braucht es keine. Es geht nicht um Tabellen oder Technik, sondern um Spaß am Spiel und ein gutes Miteinander.

 

Geleitet wird die Gruppe von unserem Hauswart Sven Wobig. Er organisiert das Angebot in seiner Freizeit und sorgt dafür, dass alle mitmachen können.

 

Die Teilnahme ist offen und ohne Anmeldung möglich.

 

Weitere Informationen gibt es bei Sven Wobig unter
0151 19555617

 
 
Schnee-im-Bestand-bbg-Berliner-Baugenossenschaft

Euer Einsatz ist nicht Schnee von gestern

Während viele noch schliefen, war Katrin Adam bereits draußen unterwegs. An kalten Wintermorgen hat sie gemeinsam mit unserem Hauswart Wege freigeräumt und damit gezeigt, was Eigenverantwortung in unserer Genossenschaft bedeutet.

Im Februar lag ordentlich Schnee. Und während viele morgens um 6.30 Uhr noch im Warmen waren, stand Katrin Adam schon draußen. Zusammen mit unserem Hauswart Christian Reh hat sie Wege und Treppen freigeräumt. Nicht einmal, sondern an mehreren Tagen. Einfach, damit alle gut durchkommen.

 

Früh aufstehen, Kälte, Schneeschaufel. Klingt erstmal nicht nach Lieblingsbeschäftigung. War es vielleicht auch nicht immer. Aber es hatte etwas. Man kommt ins Gespräch, arbeitet nebeneinander her und ist irgendwann einfach im Flow. Katrin Adam sagt selbst, sie habe sich einfach gefreut zu helfen. Und sie vermisse ein Stück weit die Zeiten, in denen es selbstverständlich war, in herausfordernden Momenten gemeinsam anzupacken.

 

Christian Reh war natürlich auch mit dabei. Die beiden haben das als Team durchgezogen und dafür gesorgt, dass morgens niemand über vereiste Wege rutschen musste.

 

Kein großes Ding. Aber eben auch nicht selbstverständlich. Danke, Katrin und Christian.

 
 
bbg-Berliner-Baugenossenschaft-Margareta-Spettmann-Verein

Genossenschaft und Gemeinschaft erleben mit dem Margareta-Spettmann-Verein

Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen sich begegnen. Der Margareta-Spettmann-Verein steht seit vielen Jahren genau dafür und schafft Räume für Austausch, Engagement und gemeinsame Erlebnisse.

Gegründet wurde der Verein im Jahr 1986 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der bbg. Ins Leben gerufen wurde er von unseren Mitgliedern. Benannt ist er nach Margareta Spettmann, die unsere Genossenschaft über viele Jahre als Vorständin geprägt hat. Ihr Engagement galt immer dem Miteinander in der Genossenschaft und ging weit über das Wohnen hinaus. Diese Haltung trägt der Verein bis heute weiter.

 

Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit stehen Jugend- und Seniorenarbeit sowie Bildung und Erziehung. Dabei geht es vor allem um eines: Begegnung möglich machen. Offen für alle und unabhängig vom Alter.

 

In Kooperation mit dem Margareta-Spettmann-Verein entstehen zahlreiche Angebote. Dazu gehören Lampionumzüge, Workshops, Ausflüge ins Berliner Umland und Führungen durch besondere Orte. Auch kreative Kurse wie Mal- und Töpferkurse sind Teil des Programms. Ergänzt wird das Angebot durch Buchlesungen, Musikabende und sportliche Aktivitäten für Kinder.

 

Die Teilnahme ist bewusst offen gestaltet. Alle Interessierten sind willkommen und es gibt keine besonderen Voraussetzungen.

 

Der Verein finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Die Zusammenarbeit mit der bbg erfolgt partnerschaftlich und auf Augenhöhe.

 

Wer Gemeinschaft nicht nur suchen, sondern aktiv erleben möchte, ist herzlich willkommen!

 
 
Ehrenamt-bbg-Berliner-Baugenossenschaft-Machon-Eck

Ein gutes Amt:
Zeit schenken, Gemeinschaft leben

Was bedeutet es eigentlich, ein Ehrenamt auszuüben? Es bedeutet, sich freiwillig Zeit zu nehmen, zuzuhören und für andere da zu sein. Genau das lebt Edith Jassmann seit vielen Jahren mit großem Engagement und zeigt im Verein Freunde Alter Menschen e.V., wie bereichernd Ehrenamt für alle Beteiligten sein kann.

Was macht einem Amt alle Ehre? Wenn man sich freiwillig Zeit nimmt. Wenn man zuhört. Wenn man für andere da ist. Das ist Ehrenamt.

 

 

So engagiert sich unser Mitglied Edith Jassmann seit vielen Jahren ehrenamtlich im Verein Freunde alter Menschen e.V. Dieser Verein wird von der bbg aktiv unterstützt und ermöglicht Begegnungen, Austausch und gemeinsame Aktivitäten für ältere Mitglieder sowie Nachbarinnen und Nachbarn.

 

Und nein. Freunde alter Menschen ist kein alter Verein. Ganz im Gegenteil. Die Treffen sind oft generationsübergreifend, herzlich und voller Energie. Häufig sind sie dynamischer, als man beim Namen vermuten würde.

 

Edith freut sich auf jede Begegnung. Sie hört Lebensgeschichten zu und sitzt bei gemeinsamen Kaffeerunden. Zur Freude vieler bringt sie den Kuchen oft selbst mit.

 

„Es baut mich auf und bereichert mich“, sagt sie. Nach dem Ende ihrer Berufstätigkeit als Erzieherin hatte sie Sorge, dass soziale Kontakte weniger werden könnten. Doch passiert ist das Gegenteil. Edith Jassmann engagiert sich weiterhin mit großer Freude und hat viele neue Freundschaften geschlossen. Ihr Wunsch ist ganz einfach. Sie möchte gemeinsam singen.

 

Damit solche Begegnungen auch in Zukunft möglich bleiben, braucht der Verein Menschen, die Lust haben, Zeit zu teilen und Teil dieser Gemeinschaft zu werden. Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich gern melden.
katrin.mommert@bbg-eg.de

 
 
Komische-Oper-Berlin-Fuehrung-Margareta-Spettmann-Verein-bbg-Berliner-Baugenossenschaft

Hinter den Kulissen der Komischen Oper Berlin

Ein Opernhaus einmal ganz anders erleben. Unsere Mitglieder konnten bei einer besonderen Führung die Komische Oper Berlin aus Perspektiven entdecken, die dem Publikum sonst verborgen bleiben.

Vorgestern ging es für unsere Mitglieder in die Komische Oper Berlin. Im Rahmen der Kooperation zwischen dem Margareta-Spettmann-Verein und der bbg gibt es regelmäßig Touren zu spannenden Orten in der ganzen Stadt. Diese Führung gehörte definitiv dazu und bot Einblicke in Bereiche, in denen sonst nur Künstlerinnen und Künstler, Technik und Ensemble arbeiten.

 

 

Und dieses Mal wurde wirklich nichts ausgelassen. Die Gruppe war überall unterwegs. Vor der Bühne, auf der Bühne und hinter der Bühne. Es ging sogar unter die Bühne. Dazu kamen Werkstätten, Lagerräume und verwinkelte Gänge, in denen Kabel, Kulissen und kreative Ideen ihren Platz finden. Bereiche, die für das Publikum normalerweise unsichtbar bleiben, wurden plötzlich ganz nahbar.

 

 

Schnell wurde klar, wie viel Technik, Planung und handwerkliches Können in jeder einzelnen Aufführung steckt. Doch bei aller Technik ist es vor allem die Kunst, die dieses Haus trägt. Überall spürt man, dass hier mit Leidenschaft gearbeitet wird.

 

Besonders spannend war der Blick dorthin, wo alles vorbereitet wird. Requisiten entstehen, Bühnenbilder werden gebaut und Abläufe genau abgestimmt. Ein kleines Paralleluniversum, das während einer Vorstellung perfekt zusammenspielt, ohne dass man es im Zuschauerraum überhaupt bemerkt.

 

Und genau das macht den Reiz aus. Man sieht eine Aufführung plötzlich mit ganz anderen Augen, wenn man weiß, was sich hinter den Kulissen abspielt..

 

 

Und dann kam natürlich noch die Frage auf, die viele schon beim Namen beschäftigt. Warum eigentlich „komisch“? Mit Humor hat das nämlich nur am Rande zu tun. Der Begriff geht auf die französische Opéra comique zurück. Gemeint ist ein Musiktheater, das nah am Publikum ist, direkt erzählt und gut verständlich bleibt. Genau diesen Ansatz griff der Gründervater Walter Felsenstein bewusst auf. Sein Ziel war ein Musiktheater ohne Distanz, ohne steife Konventionen und ganz nah an den Menschen.

 

 

Wer beim nächsten Mal dabei sein möchte, sollte unbedingt einen Blick auf unsere Webseite werfen. Dort gibt es alle kommenden Termine und vielleicht schon die nächste Gelegenheit, Berlin von einer ganz neuen Seite zu entdecken. Ein großer Dank geht an die Komische Oper Berlin für diese offenen Türen und die vielen Eindrücke, die man so schnell nicht vergisst.

 
 
Vogelfutter-Wintertipps-bbg-Berliner-Baugenossenschaft

Tassen hoch:
Ein kleiner Wintertipp für Wildvögel

Im Winter wird es für Wildvögel schnell schwierig. Ist der Boden gefroren oder verschneit, finden sie kaum noch Nahrung. Dann kann Füttern helfen – vorausgesetzt, es passiert richtig.

Sobald Frost oder Schnee einsetzen, wird Nahrung für Wildvögel knapp. Viele Körner liegen unter Schnee oder Eis und sind nicht mehr erreichbar. Genau dann kann Zufüttern sinnvoll sein. So entsteht ein kleines Winterbuffet für Vögel, ganz ohne spezielles Zubehör.

 

 

Wichtig ist dabei vor allem der Ort. Futter, das unten auf dem Boden steht, zieht schnell die falschen Gäste an. Futter, das hängt, bleibt den Vögeln vorbehalten. Eine einfache Lösung: alte Tassen mit Henkel, an einer Schnur aufgehängt. Praktisch, günstig und leicht gemacht.

 

 

 

Winterfutter selbst gemacht

 

Für die Mischung brauchen Sie:

🟠 150 g Sonnenblumenkerne

🟠 100 g grobe Haferflocken

🟠 100 g gehackte Hasel- oder Walnüsse

🟠 50 g getrocknete, ungeschwefelte Rosinen

🟠 ca. 250 g festes Kokosfett

🟠 Schnur, Schere

🟠 Tassen, kleine Äste

 

Die Tassen werden bis etwa einen Zentimeter unter dem Rand mit der trockenen Futtermischung gefüllt. Danach flüssiges Kokosfett dazugeben. Bevor alles fest wird, ein kleines Stöckchen als Sitzstange einsetzen. Nach dem Erkalten aufhängen – fertig.

 

Unsere Kolleginnen haben es ausprobiert. Die Tassen waren schnell entdeckt. Die Vögel auch zufrieden.

 

 

Ein Hinweis zum Schluss: Bitte nur bei Frost oder Schnee füttern, dann aber regelmäßig. Und keine Meisenknödel oder anderes Futter in Plastiknetzen verwenden – darin können sich Vögel leicht verletzen.

 
 
Mitgliederfest-bbg-Berliner-Baugenossenschaft

140 Jahre feiern sich nicht von allein.
Willkommen im Festkomitee.

2026 wird ein festliches Jahr für unsere Genossenschaft. Wir werden 140 Jahre alt. Das wollen wir gebührend gemeinsam feiern. Und gemeinsam vorbereiten.

In diesem Jahr feiern wir unser 140-jähriges Jubiläum. Und dieses besondere Fest wollen wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern vorbereiten. Für das Mitgliederfest 2026 wird dafür ein Festkomitee zusammengestellt.

 

 

Das Festkomitee soll aus Mitgliedern bestehen, die sich an der Planung und Organisation des Mitgliederfestes beteiligen möchten. Sie bringen Ideen ein, arbeiten planerisch mit und übernehmen Aufgaben in der Vorbereitung.

 

 

Das Jubiläumsfest wollen wir Schritt für Schritt gemeinsam gestalten. Im Festkomitee werden Programmpunkte entwickelt, Abläufe abgestimmt und organisatorische Entscheidungen getroffen. Ziel ist ein Mitgliederfest, das zur bbg passt und von den Menschen getragen wird, die Teil unserer Genossenschaft sind.

 

 

Für die Mitarbeit im Festkomitee sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich einzubringen und gemeinsam unser Fest vorzubereiten.

 

 

 

Alle interessierten Mitglieder sind eingeladen, Teil des Festkomitees zu werden und das Jubiläum aktiv mitzugestalten. 140 Jahre feiern sich schließlich nicht von allein!

 

 

Anmeldung bis: 13. Februar 2026

 

Kontakt für Anmeldung und Fragen:

Katrin Mommert
veranstaltungen@bbg-eg.de
030 83 00 02 51