Wenn die Straße essbar wird:
Hier wächst Nachbarschaft
Sandra Zangerl wollte einen Garten. Der Weg dorthin führte sie nicht raus aus der Stadt, sondern direkt vor die eigene Haustür. Dort, wo vorher ungenutzter Raum lag, stehen heute über 140 Hochbeete mit essbaren Pflanzen für Menschen und Tiere. Aus einer Idee wurde ein Verein, aus einzelnen Beeten wurde ein Nachbarschaftsprojekt. Die Essbare Straße e.V. zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen anfangen, den Raum vor ihrer Tür gemeinsam zu nutzen.
Sandra Zangerl, Ethnologin mit einer großen Leidenschaft für das Gemeingut, träumte schon lange von einem Garten. Doch statt ins Grüne zu fahren, fiel ihr Blick aus dem Fenster auf ungenutzten Raum direkt vor der Haustür. Für Sandra war klar: Hier steckt Potenzial!

Nach einem langen Genehmigungsverfahren beim Straßen- und Grünflächenamt erhielt sie und Katharina Schütze im Frühjahr 2022 über das Quartiersmanagement Aktionsförderung für zunächst 15 Hochbeete für essbare Pflanzen für Mensch und Tier. 2023 wurde der Verein Essbare Straße e.V. gegründet, nur wenig später folgte der Zuschlag auf die Bewerbung auf eine Projektausschreibung vom Quartiersmanagement und von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
Seit 2022 ist das Projekt rasant gewachsen: Aus den ersten Hochbeeten sind mittlerweile über 140 geworden! Das Ziel: Bis 2027 sollen es mehr als 200 Beete sein, ergänzt durch einen Bouleplatz, damit die Nachbarschaft beim gemeinsamen Spielen noch enger zusammenwächst.
Ein großer Dank gilt der bbg, die dem Verein den Rücken gestärkt hat, indem unbürokratisch ein Wasseranschluss gelegt und ein Kellerraum zur Verfügung gestellt wurde.

Was Sandra besonders am Herzen liegt? Der Austausch mit den Nachbarinnen und Nachbarn.
Gemeinschaft, Gespräche am Beet, gemeinsames Pflanzen und Ernten.
Im Verein kann jedes Mitglied zwei Hochbeete bepflanzen. Darüber hinaus gibt es Gemeinschaftsbeete. Ein paar Vorgaben gibt es vom Straßen- und Grünflächenamt: Nichts Stacheliges, nichts Giftiges und keine Bäume. Damit nicht nur Minze sprießt, sollte man sie einfach weglassen und sich an den Gemeinschaftsbeeten bedienen.
Photos © Essbare Straße e.V.