Interview Manfred Siehring Banner 02

Verlässlich seit 1886

Im Gespräch mit Manfred Siering, Aufsichtsratsvorsitzender

Seit 1987 wohnen wir bei der bbg. Am Anfang steht eine Wohnung. Bezahlbar, gut, verlässlich. Alles Weitere versteht man erst mit der Zeit. Dass jemand da ist, wenn etwas nicht funktioniert. Dass sich gekümmert wird. Dass man nicht allein bleibt mit einem Problem. Im Vergleich zu anderen Vermietern merkt man schnell, was eine Genossenschaft ausmacht.

 

Irgendwann wächst daraus mehr als nur ein Wohnverhältnis. Es entsteht ein persönlicher Bezug. Und der Wunsch, etwas zurückzugeben. Dazu kommt die eigene berufliche Erfahrung. Angefangen als Kfz-Mechaniker, über den Kfz-Meister hin zum Geschäftsführer durfte ich viele Bereiche eines Autohauses erleben. Um dieses Wissen nutzbringend für die bbg einbringen zu können, ließ ich mich in die Vertreterversammlung und später in den Aufsichtsrat wählen und bin in die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden gekommen.

 

 

Wenn ich die bbg mit einem Fahrzeug vergleichen müsste, dann wäre es definitiv ein Käfer. Stabil. Verlässlich. Immer einsatzbereit. Er läuft einfach.

 

Und Verlässlichkeit ist tatsächlich immer das Erste, was mir einfällt, wenn ich an die bbg denke. Natürlich läuft nicht immer alles glatt. Wo Menschen arbeiten, entstehen Situationen, 

auf die man reagieren muss. Trotzdem bleibt die bbg konstant. Sonst würde sie heute nicht auf 140 Jahre zurückblicken.

 

In der täglichen Arbeit kann man ganz gut sehen, worum es bei der bbg geht. Die Mitglieder stehen bei uns im Mittelpunkt. Entscheidungen werden langfristig gedacht. Wenn eine Wohnung beispielsweise nach vielen Jahren frei wird, wird sie grundlegend saniert, sodass die nächsten Mitglieder dort wieder lange leben können.

 

Auch in der Stadt übernehmen Genossenschaften eine wichtige Rolle. Und da ist die Verlässlichkeit und Planbarkeit das, was die bbg zu einem sehr guten Partner macht. Die bbg ist Teil der Quartiere, kein anonymer Akteur.

 

Ein Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Ein Rohrbruch im Winter, direkt im Dachbereich unserer Dachgeschosswohnung. Der Dachdecker musste über unsere Wohnung aufs Dach. Kaum waren die ersten Ziegel angehoben, zeigte sich der Schaden. Wasser lief bereits über den Kronleuchter in die Wohnung unter uns. Innerhalb kürzester Zeit standen Nachbarn, der Hauswart und Dienstleister zusammen. Alle packten an. Schüsseln, Möbel rücken, alles wurde organisiert und gemacht. Niemand hat lange diskutiert. Ärmel hoch und los. Das ist bbg.

 

140 Jahre bbg verbinde ich mit einem Satz aus der Gründungszeit: „Außerdem liegt es im Interesse der Genossenschafter, selbst gut und durabel zu bauen.“ Dieser Gedanke vom Baumeister Gabriel Wohlgemuth, einem der Gründer der bbg aus dem Jahr 1886, gilt bis heute. Dass so etwas über Generationen hinweg trägt, sagt viel aus.

 

Für die Zukunft bleibt entscheidend, diesen Anspruch zu bewahren und gleichzeitig offen für neue Anforderungen zu sein. Die Welt verändert sich. Die bbg entwickelt sich weiter, weil sie schon immer innovativ war.

 

Und wenn mich jemand fragt, was die bbg ist, dann reicht ein Satz nicht aus. Man muss es erleben.